Die Evangelische Kirche putzt ökologisch

"Wir suchen bei allen Tätigkeiten die Wege, die die Umwelt am wenigsten belasten". So steht es in den Umweltleitlinien, die vom Umweltteam "Grüner Gockel" erstellt und vom Kirchgemeinderat im Juli 2004 beschlossen wurden.

Luft, Boden und Wasser sind drei Ressourcen, die das Leben auf unserem Planeten bestimmen. In einem ersten Projekt hat sich das Umweltteam mit einem verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Wasser beschäftigt. Auch wenn herkömmliche Reinigungsmittel oft die Aufschrift tragen: zu 98 % abbaubar, liegt das Problem bei den restlichen 2%, die auch durch die beste Kläranlage nicht aus dem Wasserkreislauf heraus gefiltert werden können. Es sind dies die synthetischen Stoffe wie Konservierungsmittel, Farbstoffe, Duftstoffe, Metallverbindungen, Emulgatoren u.a. Sie werden aus der Kläranlage in die Flüsse getragen und gelangen über den Wasserkreislauf wieder zurück in den menschlichen Organismus. Grund genug, auf ökologische, d.h., zu 100% abbaubare Putzmittel umzusteigen.

Nachdem die Reinigungskräfte der kirchlichen Räume, vor allem der Kindergärten, verschiedene Serien ökologischer Putzmittel ausprobiert haben, wurde man einig, vier Grundputzmittel ( Allesreiniger, WC-Reiniger, Glasreiniger und Sprühreiniger) der Serie Sonett auszuwählen und ab dem Jahr 2005 ausschließlich für das Reinigen der kirchlichen Räume zu verwenden. Diese Putzmittel sind auf der Basis pflanzlicher Rohstoffe wie Olivenöl, Rapsöl, Zitrusöl oder Lavendelöl aus 100% ökologischem Anbau oder Wildsammlung hergestellt. Sie enthalten keine Phosphate und keine Chlorverbindungen und keine allergieauslösenden Enzyme. Sie sind nach 5 – 7 Tagen zu 100 % biologisch abgebaut. Außerdem sind die Produkte ohne Tierversuche entwickelt und hergestellt.

In der Bewertung durch die Putzkräfte wurde festgestellt, dass die Produkte eine gute Reinigungskraft besitzen, gut entkalken und zudem angenehm riechen. So trägt die Anwendung solcher Mittel nicht nur zur Schönung des Wasserkreislaufs bei sondern wirkt auch hautschonend und macht ein angenehmes Raumklima.

Über mögliche Mehrkosten kann eine Aussage erst nach einem einjährigen Durchgang gemacht werden. Die Bestellung erfolgt über den örtlichen Bioladen. Bei einer gerafften Jahresbestellung können die Kosten erheblich gesenkt werden.

Selbstverständlich möchte das Projektteam mit dieser Maßnahme über die Grenzen der Evangelischen Kirche hinausstrahlen und andere öffentliche Einrichtungen, vor allem aber auch jeden Privathaushalt anregen, mit der Wahl seiner Putz- und Waschmittel Verantwortung zu zeigen und umzusteigen, um zu helfen, trotz unseres hohen Lebensstandards die Abwasserbelastung zu vermindern.

Bewahrung der Schöpfung - Gebot und Auftrag

In unserer Kirchengemeinde gehört die Bewahrung der Schöpfung zu einer der Kernaufgaben.

Seit dem Jahr 2003 sind wir mit dem Projekt „Umweltmanagement“ unserer Landeskirche - dem „Grünen Gockel“ - gemeinsam auf dem Weg, umweltgerechtes, nachhaltiges Denken und Handeln in unserem Gemeindealltag in den verschiedensten Bereichen ganz konkret umzusetzen. So zum Beispiel durch den Einsatz ökologischer Putzmittel, durch die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach unseres neuen Gemeindehauses, oder durch ganz gezielte Projekte und Inhalte im Erziehungsprogramm der Kindergärten, durch regelmäßiges Erfassen der Energieverbräuche, und noch vieles mehr. Was alles zu den konkreten Maßnahmen des Umweltmanagements gehört, kann demnächst im neuen Umweltbericht, der die letzten drei Jahre zusammenfasst, eingesehen werden. Fragen Sie bei Interesse einfach im Pfarramt in Horb nach.

 

Nach intensiver Vorbereitung und teilweise auch harter Arbeit können wir nun mit Freude und zurecht auch mit ein wenig Stolz bekannt geben, dass unsere Kirchengemeinde nach der Erstzertifizierung im Jahr 2004 und der Revalidierung im Jahr 2007 am 21.10. 2010 nun schon zum zweiten Mal als „Kirchengemeinde mit umweltgerechtem Handeln“ ausgezeichnet und bestätigt worden ist.

 

Das heißt, dass die Umweltarbeit unserer Kirchengemeinde auch in den letzten drei Jahren wieder so weitergeführt worden ist, dass sie die Vorgaben und Verordnungen der Landeskirche auch dieses Mal wieder erfüllen konnte.

Dies hat ein kirchlich zugelassener Umweltgutachter durch Prüfung relevanter Unterlagen, durch Rundgänge vor Ort und in Gesprächen mit Gemeindemitgliedern festgestellt.

 

Da eine solche Arbeit nur von der Beteiligung und Mitwirkung möglichst vieler lebt, gilt unser Dank all denjenigen, die an der praktischen Umsetzung in den verschiedenen Arbeits- und Lebensbereichen unserer Kirchengemeinde mitwirken und damit auch unser Umweltteam konkret und tatkräftig unterstützen.

Gleichzeitig wollen wir aber auch ermutigen und dazu einladen, dass jeder und jede, der oder die sich für Fragen von Umweltschutz und Nachhaltigkeit interessiert, jederzeit bei uns im Umweltteam mal reinschnuppern kann, um sich über die Aufgaben und Arbeit des „Grünen Gockels“ zu informieren, und vielleicht auch dabeizubleiben. Unser Kreis freut sich jederzeit über neue Gesichter und Ideen und über frischen Wind.

 

Nach der erfolgreichen Revalidierung steht nun noch der offizielle Termin mit Übergabe der Urkunde ins Haus. Dies ist geplant für Sonntag, den 13. Februar 2011 im Anschluss an den Gottesdienst.

 

Für das Umweltteam:

Pfarrerin Susanne Gaißer

Zweite Revalidierung am 21. Oktober 2010

Unser Umweltteam (ganz entspannt nach bestandener Revalidierung): Auf dem Bild v.l.n.r: Johannes Mayer, Dieter Schween, Günter Kusch, Jürgen Schubert, Anneliese Braitmaier, Kristina Sauter, Susanne Gaißer, Albert Gaißer, Ilse Braitmaier

Nicht auf dem Bild: Günther Lehmann und Dr. Dieter Rominger-Seyrich.

Dritte Revalidierung am 24. Oktober 2014

Es ist geschafft! Unser Umweltteam (v.l.n.r.)

Am 24. Oktober war es wieder so weit. Im Gemeindehaus Weingasse wurde vom Umweltbeauftragten der Württembergischen Landeskirche, Manfred Ruckh, die dritte Revalidierung des Umwelt-Zertifikats 'Grüner Gockel' vorgenommen. Manfred Ruckh und Helga Baur, die zuständige Referentin der Württembergischen Landeskirche lobten die Arbeit der 10 Mitglieder unseres Umweltteams unter der Leitung von Pfarrerin Susanne Veith. Besonders hoben beide hervor, dass viele Mitglieder des Umweltteams von Anfang an dabei waren - also jetzt schon über 10 Jahre - das, so Helga Baur, sei nicht in vielen Gemeinden der Fall.

Gemeinsam wurden von dem Prüfer die detaillierten Aufzeichnungen von Hans Mayer und Klaus Gottschalk durchgearbeitet und überprüft. Viele Fragen wurden gestellt und zur vollen Zufriedenheit beantwortet.

Anschließend wurde der Johanneskindergarten besichtigt wo sowohl die Kindergartenleiterin, Gabriela Vogt, als auch ihre Kollegin Lilly Schwarzer detailliert nach Ihrer Arbeit befragt wurden, besonders natürlich hinsichtlich ihres umweltbewußten Materialeinsatzes z.B. beim Basteln.

Die Urkunde wird überrreicht

Am 22. Februar 2015 gestaltete das Umweltteam den Gottesdienst in der Johanneskirche in dem die Richtlinien für die Arbeit des Grünen Gockels vorgetragen und erläutert wurden. Im Anschluss an den Gottesdienst überreichten die Umweltbeauftragte der Württembergischen Landeskirche, Helga Baur, die Urkunde der dritten Revalidierung der Kirchengemeinde. Umwelt-Auditor Manfred Ruckh, der das Umweltteam über die ganzen 12 Jahre beratend und prüfend - aber auch geistlich/seelsorgerlich - begleitet hatte, überbrachte ein nerven- und kräftestärkendes, süßes Geschenk aus Waldenbuch und wünschte dem Umweltteam viel Kraft für die noch vor ihm liegenden Aufgaben. 

Weitere Grußworte überbrachten im Rahmen des Stehempfangs Herr Silberzahn für das katholischen Umweltteam, Pfarrer Noppenberger (Seelsorgebereich Steinachtal) und Ortsvorsteher Zimmermann (Bildechingen).

Ein weiteres Hightlight war der musikalische Part des Stehempfangs: am Klavier brachte Organist Michael Grüber nicht nur Haydn und Heinz Erhardt!!! zu Gehör - Herr Grüber führte mit Gästen und Akteuren des Stehempfangs eine heitere Stehgreif-Rapp-Einlage auf - hören sie selbst:

Der Horber Grüner-Gockel-Rapp