„Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.“ – Dies ist nun auch der Bibelvers, der über unserer neuen Woche steht, der Woche nach dem ersten Sonntag nach Ostern.

„Wiedergeboren werden zu einer lebendigen Hoffnung…“ – Was in der Bibel mit der Wiedergeburt gemeint ist, hat meines Erachtens zwei Seiten. Zum ersten ist es vor allem ein Geschenk. Gott will uns ein neues Leben mitten in unserem alten Leben schenken. Dies wird im Bibelvers mit dem Bild einer Geburt zum Ausdruck gebracht; etwas Neues entsteht. Garant für solches neue Leben, das auch mitten in unserem irdischen Leben und auf dieser Erde stattfindet, ist Jesu Auferstehen. Zum andern erfordert diese Wiedergeburt aber auch von mir aus eine Umkehr, eine Hinwendung zu diesem neuen Leben. Kommt beides zusammen, dann besteht Hoffnung, lebendige Hoffnung.

Bonhoeffers Freund, der englische Bischof George Bell, hat später berichtet, Bonhoeffer habe ihm einmal sagen lassen, er glaube mit ihm zusammen an eine universale christliche Geschwisterschaft, die sich über alle nationalen Interessen erhebt. Eine solche Geschwisterschaft prägt das neue Leben im Licht Jesu. Nicht Nation und Rasse, nicht Eigeninteresse und Abgrenzung verbindet uns, sondern Jesu Geist, der Geist der Gerechtigkeit und des Friedens für alle Menschen, wo auch immer sie leben.

Auch wenn wir uns jetzt in Zeiten der Corona-Pandemie voneinander fernhalten, sind wir doch in diesem Geist miteinander verbunden, verbunden zu einer lebendigen Hoffnung. Bitten wir Gott, dass er uns eine „Wiedergeburt“ und damit eine lebendige Hoffnung schenke, damit wir im Vertrauen auf ihn tun können, was recht und gut ist.

 

 

(Michael Keller)