„Sag mir wo die Bienen sind, wo sind sie geblieben?“

Gottesdienst 0-99

Niedergeschlagen klagt eine Biene (Klaus Gottschalk) ihrer Kollegin (Sarah Schunk) die leidvollen Erfahrungen, die sie beim Nektarsammeln auf einer Wiese in einem Industriegebiet gemacht hat – der Gottesdienst 0-99 unter dem Thema "Sag mir wo die Bienen sind, wo sind sie geblieben?" stand ganz im Zeichen der Verantwortung von Menschen für Gottes Schöpfung. Dazu hat die sich das Gottesdienst Team einiges einfallen lassen: ein Anspiel im Bienenkostüm, ein anschauliches Video über die Folgen und Probleme des Bienensterbens und ein Interview der Imkerin Traude Kronenbitter, die in voller Imker-Montur ihre Arbeit als Imkerin vorstellte und interessante Einblicke in das Leben eines Bienenvolkes gab. Sie beendete das Interview mit der Imkerweisheit: Willst du Gottes Wunder sehn, musst du zu den Bienen gehen.

Anschließend waren die Kinder eingeladen, mit einer Pflanzaktion in vorbereiteten Töpfen für Bienen attraktive Blumen heranzuziehen.

In einer weiteren Präsentation wurde u.a. das Gartenprojekt der Kirchengemeinde am Gemeindehaus Hohenberg vorgestellt, mit dem auch dazu beigetragen werden soll, die Lebensbedingungen der Honigbienen zu verbessern.

 

In ihrer Predigt ging Pfarrerin Susanne Veith auf zwei Aktionen der Fastenzeit ein: Die Aktion ‚Mal ehrlich - 7 Wochen ohne Lügen‘ und die Aktion ‚Klimafasten – Was du zum Leben brauchst‘.  

-          7 Wochen ohne Lügen, da steht natürlich das Thema Wahrheit im Mittelpunkt: die Wahrheit suchen, die Wahrheit erkennen und für die Wahrheit streiten.

-          Klimafasten da geht es um das Thema Nachhaltigkeit à ganz persönlich bei uns selbst („… was du brauchst“) Viele Schieflagen an der verwundeten Schöpfung rühren daher, dass wir die richtige Genügsamkeit nicht mehr kennen.

-          Beide Aktionen kommen hervorragend zusammen in der mutmachenden Aktion – Fridays for future. Nach Anfangs kritischen Stimmen von Politikern stellten sich inzwischen viele tausend Wissenschaftler hinter diese Aktion (Scientists for future).

Pfarrerin Veith zitierte aus dem Buch von Dr. Markus Strauß ‚Artgerecht‘ Es ist nicht 5 vor 12, es ist 5 vor Paradies – die Zeit ist reif! „… wir stehen vor den Toren des Paradieses. Diese werden sich für uns öffnen, wenn wir es erstens verstehen, mit den Kräften der Natur zu leben, statt in einer künstlich geschaffenen Welt ständig gegen die Prinzipien der Natur zu arbeiten und wenn wir zweitens die Früchte der digitalen Revolution nun zum Wohle aller Menschen nutzen. In diesem Sinne ist ein artgerechtes Leben ein Leben im irdischen Paradies. Der Apfel der Erkenntnis soll nun endlich mit Genuss gegessen werden. Er ist reif, leuchtet rot und wartet darauf jetzt von uns geerntet zu werden“.

Am Ende des Gottesdienstes gratulierte die Umwelt-Beauftragte der Landeskirche, Helga Bauer, dem Umweltteam anlässlich der vierten Revalidierung zu ihrem erfolgreichen Engagement in Sachen Bewahrung der Schöpfung. Der Glaube, so Bauer, gibt Kraft zu eine schöpfungsgemäßen Lebensgestaltung: dieser Einsatz im Rahmen des Grünen Gockels ist ein Zeichen dafür, dass die Kirchengemeinde es ernst meint, wenn sie von Gerechtigkeit,  Frieden und der Bewahrung der Schöpfung redet. Frau Bauer überreichte dem Umweltteam zur Nervenstärkung einen Schoko-Gockel als Geschenk und Mutmacher für den weiteren Einsatz in Sachen Umwelt. Außerdem überreichte sie Pfarrerin Susanne Veith die Urkunde zur 4. Revalidierung, die Premiumauszeichnung der Landeskirche für eine gelungene Umweltarbeit, wie sie betonte. Die Auszeichnung entspricht der Europäischen Umweltmanagementverordnung EMAS im wirtschaftlichen Bereich.

Nach dem Gottesdienst lud Pfarrerin Veith die Gemeinde zu einem Stehempfang im Gemeindehaus Weingasse ein, wo sie die Gäste mit einem herzlichen 'Grüß Gott' begrüßte und sich zuerst einmal herzlich bei dem ganzen Helferkreis bedankte, der den Gemeinderaum so ansprechend dekoriert hat.

Oberbürgermeister Peter Rosenberger gratulierte der Kirchengemeinde zum 15-jährigen Geburtstag des Umweltteams: der heutige Tag ist ein wichtiger Meilenstein. Die Kirchengemeinde hatte bei dieser Thematik eine Vorreiterrolle gespielt. Er betonte, dass es auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt (bis 2050) viele Mitstreiter brauche und da ist eine Kirchengemeinde hervorragend geeignet. Er freute sich darüber, dass Stadträte fast aller Fraktionen anwesend waren. Einen Preis zum ersten Mal zu bekommen, so der OB ist oft nicht schwer, aber über viele Jahre immer wieder beständig dran zu bleiben, weiterzuarbeiten, das ist die Kunst. Und das haben Sie hervorragend gemacht. Das ist ein Sonderapplaus wert!

Anschließend verlas Pfarrerin Veith ein Grußwort von Dekan Vallon, der verhindert war. Er bedankte sich bei allen in der Kirchengemeinde, die sich für die Bewahrung der Schöpfung praktisch und theoretisch einsetzen.

Peter Silberzahn überbrachte die Grüße vom katholischen Umweltteam und dankte für eine gute Zusammenarbeit über 17 Jahre hinweg. Er betonte, dass sie vom ersten Tag an vom Grünen Gockel profitieren konnten: gemeinsame Umweltleitlinien, regelmäßigen Austausch, gemeinsame Aktivitäten: so sei der heutige Tag auch ein Anlass, Danke zu sagen und Glückwünsche zu überbringen (auch von Stiftungsdirektor Thomas Müller. Er übergab als Geschenk Horber Bio-Schokoladetafeln zur Stärkung für das Umweltteam und eine extra Dankeschön-Tafel für Helga Bauer (Umweltbeauftragte der evang. Landeskirche): das katholische Umweltteam benützt (inzwischen auch auf Diözesanebene) für ihr Energiemanagement ein Programm aus dem Haus von Helga Bauer, das Grüne Datenkonto.

Johanna Moltmann-Herrmann, die Umweltrevisorin der Landeskirche, gab zu, das strenge (aber nicht herzlose) Element in diesem Revalidierungsprozess zu sein. So sparte sie nicht an Lob: Es sei ganz große Klasse, dass dieses Umweltteam a) diese 15 Jahre durchgehalten hat und b) dass die Stimmung im Team auch so ist, dass immer wieder auch neue Mitarbeiter Lust bekommen haben, in die Mitarbeit mit einzusteigen

-        Der Grüne Gockel, so Moltmann-Herrmann, sei keine Verzierung, sondern eine Auszeichnung; das bedeutet auch, dass nach der Vorlage des Umweltberichts als erstes eine Prüfung erfolgt, bei der alles ganz genau angeschaut und abgefragt wird. Sie gratulierte dem Umwelt-Team, dass alles wunderbar gemacht wurde.

Abschließend bedankte sich Pfarrer Keller ganz herzlich bei dem ganzen Team. Susanne Veith sei zwar laut Geschäftsordnung der Kirchengemeinde für Umweltarbeit zuständig. Aber heute wurde mal wieder sichtbar, dass sie mit Herzblut hinter der Sache stehe.

Susanne Veith bat zum Schluss das ganze Umweltteam (auch ehemalige Mitglieder) zu einem Bild (mit Urkunde und Schokoladen-Gockel) nach vorne zu kommen.