Ein Mann bepflanzt seit Jahren wacker

mit großem Eifer einen Acker.

Dort wachsen Gurken und Spinat,

Radieschen, Schnittlauch, Kopfsalat,

auch Hirse, Bohnen, Mais und eben,

was man so alles braucht zum Leben.

Gepachtet ist sein Ackerland

von dem lokalen Ortsverband.

 

Er konnte in den letzten Jahren

ein bisschen was zusammensparen.

Es reichte dann tatsächlich aus

zum Bau von einem kleinen Haus.

 

Beim Pflügen eines Tages dann 

stößt er an etwas Hartem an.

„Schon wieder so ein dummer Stein!“,

so schimpft er lautstark – aber nein,

was er hier unverseh'ns entdeckt

das ist ein Schatz, der gut versteckt,

nur darauf wartet in der Erde,

dass er von ihm gefunden werde.

 

Er braucht nicht lang, bis es ihm dämmert,

er wäre absolut behämmert,

wenn er nicht gleich mit seinem Geld

erwerben würde dieses Feld.

Die Freude über diesen Fund

hält er geheim, aus gutem Grund.

So lässt er den besagten Schatz

wo er ihn fand, am selben Platz,

mit Steinen überdeckt, um ihn

dem Zugriff andrer zu entzieh'n.

 

Er geht mit zielbewusster Haltung

zur städtischen Agrarverwaltung.

Ganz unverbindlich spricht er mal

ein wenig mit dem Personal

und fragt dann mal, so nebenbei,

wie das mit Grunderwerb hier sei.

 

 

Ganz recht, es geht nicht ohne sie,

die leidige Bürokratie.

Er wird von Hinz zu Kunz geschickt,

bis letzten Endes er, gespickt

mit Akten und mit Formularen,

beginnen kann das Kaufverfahren.

 

Jetzt macht er wirklich sich Gedanken –

sein großer Plan gerät ins Wanken,

speziell beim Blick auf den Betrag,

erwähnt im Kostenvoranschlag.

 

Ja, so ein Platz ist ganz schön teuer –

dazu kommt noch die Mehrwertsteuer

nebst andren Obrigkeitsgebühren,

die zu enormen Kosten führen;

für ihn ein wirklich großer Schritt –

sein Haushaltsplan macht da nicht mit.

Die Frage ist jetzt, kurz und schlicht:

Will ich den Acker oder nicht?

 

Er überlegt und kalkuliert

was er gewinnt, was er riskiert,

und ist sich schließlich doch im Klaren,

mit seinen Plänen fortzufahren.

 

Der Preis ist hoch, das merkt er schnell,

und das nicht nur materiell.

Er muss sich trennen, das wird klar

von aller Habe, ganz und gar.

Als erstes von dem schönen Haus,

doch das reicht leider noch nicht aus.

Dann trennt er sich, mit etwas Zagen,

vom Pferd und seinem neuen Wagen;

von Dingen, die ihm lieb geworden,

Trophäen, Urkunden und Orden

und sämtlichen Erinn’rungsstücken,

die hier und da die Wohnung schmücken.

 

Letztendlich die Finanzen reichen,

um seine Rechnung zu begleichen.

Im Grundbuch wird zu guter Letzt

sein eigner Name eingesetzt,

was auch das Schürfrecht ihm verleiht

auf diesem Grundstück, jederzeit. 

So ist die Vollmacht ihm gegeben,

ganz offiziell den Schatz zu heben.

 

 

Erzählt hat Jesus Christus schon

dies Gleichnis, doch als Kurzversion.

Auch wenn hier etwas übertrieben,

so hat ihn Jesus uns beschrieben,

den Menschen, welcher Gott nicht kennt

und folglich lebt von ihm getrennt.

 

Bewusst ist er sich dessen nicht,

dass es an etwas noch gebricht,

zumal er, allerseits geachtet,

sich selbst als hilfsbereit betrachtet,

als eine ehrliche Person

und offen auch für Religion.

 

Und ohne wirklich Gott zu suchen,

kann er jetzt einen Fund verbuchen.

Gott zeigt sich ihm, im Alltag, eben

in seinem ganz normalen Leben.

Er merkt beim ersten Eindruck schon,

hier geht’s um mehr als Religion.

 

Gott ist nicht mehr der Polizist,

der aufzeigt, was verboten ist,

der permanent uns sitzt im Nacken,

stets mit dem Wunsch, uns zu verknacken.

 

Um was es Gott tatsächlich geht,

ist die Beziehung, ganz konkret.

Anstatt Tyrann ist er Berater,

anstatt Diktator ist er Vater,

zu dem man immer kommen kann,

er liebt uns und er nimmt uns an.

Solch eine Freude zu erleben,

ermutigt, alles aufzugeben,

um einmal noch neu anzufangen

und ew‘gen Frieden zu erlangen.

 

 

Nun kann ich‘s leider nicht beweisen,

doch hab ich den Verdacht, den leisen,

dass Jesus hat bewusst gewählt

den Sachverhalt, den er erzählt,

denn dieses Gleichnis, das wir lesen,

beschreibt sehr treffend Gottes Wesen.

 

Wir sind die Schätze, tief vergraben,

weil er uns liebt, will er uns haben.

Er gab mit dieser Intention

sein Allerliebstes, seinen Sohn.

Gott zahlt für uns, für unsre Taten,

er zahlte es, und zwar in Raten.

 

Die Abschlusszahlung, die geschah

an einem Kreuz auf Golgatha,

als Jesus rief mit letzter Kraft:

„Es ist bezahlt, es ist geschafft.“

 

Die erste Rate andrerseits,

die zahlte Gott, der Herr, bereits

in Bethlehem vor vielen Jahren,

wie aus der Bibel wir erfahren.

Gott selbst hat sich uns zugewandt,

indem er seinen Sohn gesandt,

 

Aus diesem Grund wird dieser Nacht

bis heute immer noch, gedacht.

Was Gott durch Jesus hat beschieden

war sein Geschenk, es war sein Frieden,

der festgegründet, wie gemauert,

die Weihnachtstage überdauert.

 

© Hans.Elwert@Wycliff.de

Dez. 2018

 

 

Matthäus 13,44  (die oben erwähnte „Kurzversion“)

Das Reich Gottes ist wie ein verborgener Schatz, den ein Mann auf einem Feld entdeckte und wieder verbarg. In seiner Freude verkaufte er alles, was er hatte, um den Acker zu kaufen und so den Schatz zu bekommen. (Hoffnung für alle) © Jesus