2015 - 2025: Pilgerweg von Horb nach Wittenberg

Wir laden in unserer Kirchengemeinde ein, aufzubrechen und in Etappen gemeinsam in einer Gruppe in Richtung Wittenberg zu pilgern. Im Jahr 1517 schlug dort Martin Luther seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche, was allgemein als Gründungsdatum der evangelischen Kirche angenommen wird. Im Jahr 2017 wird das 500-jährige Jubiläum dieses Thesenanschlags gefeiert. Mit der Blickrichtung nach Wittenberg wollen wir uns in ökumenischer Verbundenheit der Grundlagen unseres evangelischen Glaubens vergewissern – und zwar wandernd und pilgernd in Richtung Wittenberg. Im Mittelalter machten sich Menschen auf den Pilgerweg nach Santiago de Compostela in Spanien, um auf der gefährlichen und abenteuerlichen Wegstrecke Ablass für sich selbst oder auch für ihren adligen Herrn zu erwandern. Wer sich heute zum Pilgern aufmacht, will Abstand zu seinem Alltag gewinnen und fragt nach dem, was im Leben trägt und wo seine Kraftquellen liegen. Pilgern will dazu beitragen, bei sich selbst anzukommen und neu inspiriert in den Alltag zurück zu kehren.

Die Idee für diese Pilgerstrecke sieht so aus: Wir beginnen mit einer viertägigen Pilger-Wanderung an der Johanneskirche am Himmelfahrtstag 2015 und wandern bis Denkendorf. Ein Jahr später können wir dann mit einer mehrtägigen Tour in Denkendorf starten und wieder ein paar Tagesetappen weiter wandern in Richtung Wittenberg. So können wir uns über Jahre hinweg dem Ziel Wittenberg nähern. Großenteils sind wir auf dem schönen und bekannten Jakobsweg unterwegs. Wunderbare Landschaften und alte Klöster, Kirchen und Kapellen erwarten uns auf diesem Weg, der über Rothenburg ob der Tauber, Bamberg, Coburg, den Thüringer Wald und Erfurt nach Wittenberg führt. Die Tagesetappen betragen jeweils etwa 16 bis 22 Kilometer. Es wird auch möglich sein, durch Bus- oder Zugnutzung diese Etappen zu verkürzen.

Liturgische Tagzeitengebete und geistliche Impulse werden das Unterwegssein prägen. Das gemeinsame Wandern und eine gute Gemeinschaft werden im Mittelpunkt stehen. (Textauszug aus dem Gemeindebrief vom Dez 2014)

Wege entstehen dadurch, dass wir sie gehen

14. bis 17. Mai 2015: Es geht los - die erste Etappe

Die erste Etappe startete am Himmelfahrtstag 2015 an der Johanneskirche in Horb und führte über Rottenburg und Tübingen durch den Schönbuch und anschließend über Denkendorf nach Esslingen

Abstand zum Alltag - was trägt im Leben?

5. bis 8. Mai 2016: Die zweite Etappe

Das Pilgerprojekt der evangelischen Kirche Horb geht weiter: nach dem Start in 2015 mit dem 1. Teilstück von Horb nach Esslingen stand in 2016 das 2. Teilstück von Esslingen bis kurz vor Schwäbisch Hall an.

Die Pilgergruppe mit ca. 20  Teilnehmern machte sich vom 05. bis zum 08. Mai auf den Weg, der diesmal über Korb-Kleinheppach, Backnang und Murrhardt führte. Am Ende jeder Tagesetappe wartete auf die einzelnen Teilnehmer ein Hotelzimmer mit Dusche und leckerem Abendessen.

Der Weg jedoch war das Ziel: Wer sich zum Pilgern aufmacht will Abstand zu seinem Alltag gewinnen und fragt nach dem was im Leben trägt und wo seine Kraftquellen liegen. Pilgern will dazu beitragen, bei sich selbst anzukommen und neu inspiriert in den Alltag zurückzukehren. Pilgern bringt Bewegung ins Leben. Und es war diesmal wieder bewegend – aber auch beeindruckend, bedrückend, beglückend und behütet:

·         beeindruckend waren die Landschaftsübergänge mit Tälern und Höhen, Wäldern und offener Landschaft ,

·         bedrückend war der kurze Weg in Winnenden zwischen Rems-Murr-Klinikum und der Albertville-Realschule, dem Ort des Amoklaufs 2009,

·         beglückend war es wieder die Gemeinschaft der Gruppe zu erleben und

·         behütet war die Gruppe durch das phantastische Wetter sowie durch die perfekte Vorbereitung und Durchführung von Pfarrer Michael Keller und seiner Frau Susanne.

Eingebettet waren die Tagesetappen in liturgische Tagzeitengebete und geistliche Impulse in Kirchen und Klöstern, die auf dem Weg lagen.

Wittenberg war wieder ein wenig näher gerückt.

Liturgische Tagzeitengebete in Klöstern

2017: Die dritte Etappe -

Im Frühjahr 2017 machten sich die Pilger wieder auf den Weg: dieses Mal von Schwäbisch Hall nach Rothenburg ob der Tauber.

Eingebettet waren die Tagesetappen in liturgische Tagzeitengebete und geistliche Impulse in Kirchen und Klöstern, die auf dem Weg lagen. 

Die Reise vom Ich zum Wir

Die vierte Etappe - 21. bis 27. Mai 2018

„Biete Pilgerwanderung von Horb nach Wittenberg in netter Runde mit bekömmlichen Tagesetappen zwischen 16 und 20 Kilometern; für Übernachtung und Gepäcktransport ist gesorgt.“ So oder so ähnlich lautete das Angebot, das Pfarrer Michael Keller der Kirchengemeinde mit Begeisterung im Februar 2015 unterbreitete. Seit vier Jahren lädt unsere Kirchengemeinde zu einer Pilgerwanderung in Etappen mit dem Fernziel Wittenberg ein. Schon viermal waren wir unterwegs: 2015 von Horb nach Esslingen, 2016 von Esslingen nach Schwäbisch Hall und 2017 von Schwäbisch Hall nach Rothenburg ob der Tauber. Im Frühjahr 2018 ging die Pilgerwanderung weiter. Startpunkt war Rothenburg ob der Tauber.

Vom 21.05. bis zum 27.05.2018 ging es durch den Steigerwald von Rothenburg ob der Tauber bis nach Bamberg. Mit 106 Kilometern in 6 Tagen war es die bisher weiteste und längste Etappe. Dies merkte man u. a. am gestiegenen Bedarf an Blasenpflastern. Doch am Ende jeder Tagesetappe wartete auf die einzelnen Teilnehmer ein Hotelzimmer mit Dusche und leckerem Abendessen.

Auch dieses Jahr war die Gruppe wieder behütet durch hervorragendes Wetter sowie durch die perfekte Vorbereitung und Durchführung von Pfarrer Michael Keller und seiner Frau Susanne.

Eingebettet waren die Tagesetappen in liturgische Tagzeitengebete und geistliche Impulse in fränkischen Kirchen, die auf dem Weg lagen, oder in der wunderbaren Natur.

Wer sich zum Pilgern aufmacht will erst einmal Abstand zu seinem Alltag gewinnen und fragt nach dem was im Leben trägt und wo seine Kraftquellen liegen. Die geistlichen Impulse auf der diesjährigen Pilgeretappe betrafen jedoch u. a. das Thema „Gemeinschaft“: Gemeinschaft mit den heutigen Christen und Gemeinschaft mit den früheren Christen. Und so wurde der Weg nach Bamberg für die Pilgergruppe zu einer Reise vom ICH zum WIR.

Bei so viel positiven Erfahrungen und Erlebnissen auf der diesjährigen Etappe kommt einem unweigerlich der romantische Dichter Joseph von Eichendorff in den Sinn: „Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt.“

Insgesamt wurden nun schon 333 km gepilgert - mehr als die Hälfte der Wegstrecke nach Wittenberg ist bereits geschafft. Die evangelische Kirchengemeinde Horb wird sich wieder auf den Weg machen – voraussichtlich im Frühjahr 2019. Mal schauen, wie die bisherige Reise vom ICH zum WIR weitergeht – denn der Weg ist das Ziel.

 

 

Pilger-Halbzeit

16. - 21. Juni 2109: Die fünfte Etappe

Nachdem die Hälfte der Strecke nach Wittenberg zurückgelegt ist, geht es nun in Tagesetappen in Richtung Veste Coburg.